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news 06.08.2004 12:50
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T-Systems öffnet Spam-Schleuse

Der notorische Spammer Scott Richter kann die Auflage der New Yorker Staatsanwaltschaft, keine anfälligen Systeme Dritter für seine Zwecke zu missbrauchen, locker erfüllen, obwohl ihm sein taiwanischer Internet-Provider Chunghwa Telecom die Leitung kappte: In die Bresche sprang in der vergangenen Woche eine US-Niederlassung der T-Systems, die Richters Internet-Anbindung umgehend wieder herstellte.

Chunghwa Telecom hatte nach knapp sechs wahrscheinlich nicht sehr angenehmen Wochen praktisch zeitgleich mit dem New Yorker Vergleich die Reißleine gezogen. Ob die Deutsche Telekom Richter länger Unterschlupf gewährt, steht noch nicht fest. Ein Unternehmenssprecher gab lediglich die folgende Stellungnahme ab: "Sollten wir einen Missbrauch des Services gemäß Vertrag und geltendem Recht feststellen, weisen wir den Kunden darauf hin, dies zu korrigieren. Sollte die Korrektur nicht erfolgen, dann beenden wir der Vertragsverhältnis vorzeitig." Er bat um Verständnis dafür, dass Verträge mit Kunden vertraulich seien.

Bis auf weiteres kann Richter also seine ansehnliche eigene Serverfarm im IP-Adressbereich 69.6.0.0 bis 69.6.79.255 (derzeit registriert auf WholesaleBandwidth, Inc.) zum Spammen verwenden -- eine Ausnahmeerscheinung, denn sonst geht Spam mittlerweile meist über ferngesteuerte Wurm- und Trojaner-verseuchte PCs (Open Proxies) ein. Ein Trost ist immerhin, dass sich Mails aus einem festen Netzbereich einfach per Blacklist blockieren lassen, während offene Proxies in der Regel unter ständig wechselnden, dynamisch vergebenen IP-Adressen auftauchen, was sich in der laufend aktualisierten Blacklist des iX-Spamfilters gut beobachten lässt.

Welche Router die Spams von Richter transportieren, geht nicht direkt aus den Mail-Headern hervor, in denen sich nur die Mail-Gateways selbst verewigen. Doch wer den Weg der Spams aus Richters Adressbereich etwa mittels traceroute verfolgt, findet schnell den verantwortlichen Router, derzeit paix-gw12.SFO.US.net.DTAG.DE (62.154.5.245).

Selbst wenn T-Systems diese Spam-Pipeline sofort abriegeln würde und Richter keine Verträge mit weiteren Internet-Providern in der Schublade hätte, wäre das Spam-Problem damit kaum spürbar gemindert: Nach Erkenntnissen von Spamhaus gibt es allein im Netz der Telekom über 114.000 offene Proxies -- ein unrühmlicher sechster Platz weltweit. Und auch der New Yorker Staatsanwaltschaft dürfte es schwer fallen nachzuweisen, welche Spammer sich dieser unwiderstehlichen Infrastruktur bedienen. (un/iX)

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Kommentare
Re: Nun - die handlungsweise der Bundesregierung- (Shining Shadow 6.8.2004 21:30)
ah, deswegen! (Shining Shadow 6.8.2004 21:28)
T-Online ist selber schuld (bluebird0 6.8.2004 19:11)
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